Streik!

Neulich gab es doch die Ankündigung des Streiks der Lotsen. Da enthalte ich mich natürlich jeglicher Stellungnahme, denn jeder hat das Recht zu streiken…
Aber gut, wir hatten dadurch natürlich ein paar Probleme zu bewältigen.
Ich war am Vortag in Washington… sollten wir nun pünktlich los fliegen, wären wir genau zum Streikbeginn in Deutschland angekommen, also hätten wir irgendwo zwischenlanden müssen und abwarten, dann weiter fliegen.
Nur hätte dies mit Sicherheit zu einer Dienstzeitüberschreitung geführt, für die wir selbst verantwortlich sind und die entsprechende Strafen nach sich zieht. Also wären wir voraussichtlich mit der ganzen Crew und allen Passagieren in ein Hotel eingezogen und hätten irrsinnige Kosten verursacht. Eine Zwischenlandung kostet mindestens 25000,– €.
Was also ist die Alternative? Bei unserer relativ kurzen und überpünktlichen Flugzeit etwas später abfliegen, um wirklich genau pünktlich in D zu sein und ja nicht zu früh und…. EXTRA tanken, richtig viel… vier Stunden sollte der Streik dauern, plus eine Stunde für den Anflug…. 60 Tonnen EXTRA-FUEL! Damit hätten wir den Streik in der Luft überstanden und wären noch vor Erreichen unserer maximalen Dienstzeit in Frankfurt gelandet. Entscheidung gefällt! Nach dem Anlassen der Triebwerke bekommen wir die Nachricht, dass der Streik wegen Schlichtung abgesagt wurde… zu spät, um das Kerosin wieder abzupumpen. Na ja, immerhin sind wir immer noch pünktlich! Doch jetzt kommt der gute alte Murphy: dadurch, dass das Flugzeug viel schwerer ist als sonst, hat der Schlepper Probleme, uns von der Stelle zu schieben… nach dem Schleppvorgang hat sich die Schleppstange so verkeilt, dass es ewig dauert, bis sie wieder vom Flugzeug gelöst ist – endlich an der Bahn angelangt, meldet das vorausfliegende Flugzeug Vogelschlag über der Bahn. Darauf hin wird die Bahn etwa 15 Minuten lang auf mögliche Vogelreste überprüft. Mittlerweile sind gute 25 Minuten Verspätung aufgelaufen… so ist das eben in der Fliegerei, guter Wille und noch so gute Entscheidungen können sich manchmal doch etwas „negativ“ entwickeln.
Wäre der Streik nicht abgesagt worden, wären wir mit unserer Fuel-Entscheidung die „KINGS“ gewesen, so hat es die Firma doch eine ganze Menge Geld (ca. 5000,– € für den Mehrverbrauch) gekostet, aber wir waren am Ende fast noch pünktlich. Und: es ist ein phantastisches Gefühl, wirklich für alle Fälle genügend Kraftstoff dabei zu haben.

Sankt Elms Feuer

Man weiß gar nicht genau, wie es entsteht… in feuchter warmer Luft sieht man Blitze auf der Fensterscheibe des Flugzeugs…. es müssen also irgendwelche elektrischen Entladungen sein. Piloten, die es zum ersten Mal sehen bekommen einen gehörigen Schreck. Wenn man es aber kennt, ist es faszinierend und schön. Schon immer habe ich versucht ein Foto davon zu machen, aufgrund der Kürze und Unberechenbarkeit der Blitze war dies nie möglich. Warum ich noch nie auf die Idee kam, einen kleinen Video zu drehen, weiß ich auch nicht! Einfach auf den Text klicken, dann kommt ein kurzer Video. Viel Spaß!