Manchmal läuft eben alles schief!

Also wir sind gestern nach Mumbai geflogen, Ihr wisst schon, früher hiess es Bombay. Lustigerweise reden die Menschen hier auch nur von Bombay. Alles war soweit fertig, im Cockpit alle Vorbereitungen gemacht, scheinbar alle Passagiere an Bord. Plötzlich hiess es, es würden uns noch 80 Gäste fehlen. Nicht gerade wenig, nach neuen Sicherheitsvorschriften dürfen bei so vielen fehlenden Passagieren die Koffer noch nicht eingeladen werden. Somit standen noch alle Fracht-Container vor dem Flugzeug, um die Koffer der 80 Fehlenden heraussuchen zu können. Mittlerweile war unsere geplante Off-Block-Zeit schon verstrichen, als plötzlich alle Gäste da waren und das Beladen begann. Dann bedeutete man uns, wo wir doch noch da wären, könnten wir ja noch eben auf die Maschine aus San Francisco warten, da wollten noch welche weiter nach Mumbai. Bei dem Durcheinander stellte unsere Kabinen-Chefin dann fest, natürlich nachdem das Flugzeug bereits geschlossen war, dass wir nun definitiv einen Passagier zu viel hätten und Stehplätze gibt nunmal einfach nicht… also, der arme Mann musste wieder aussteigen. Leider war der Finger schon abgefahren und bei den Fingerfahrern war gerade Schichtwechsel. Man sagte uns, dies dauere höchstens 20 Minuten. Tatsächlich, nach 20 Minuten konnten wir den „überschüssigen Gast“ ausladen. Nun war der Pushbacktruck weg, weil er anderweitig dringend gebraucht wurde… noch einmal 5 Minuten, bis wir einen Neuen hatten, Nachdem wir dann endlich loslegten und zurück geschoben wurden, sagte uns der Tower-Lotse: IHR HABT NE NEUE ABFLUGZEIT, EINEN SLOT…. 15 MINUTEN SPÄTER!!!

Alles in allem waren wir mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung in der Luft, wegen starken Gegenwinds konnten wir nur ein paar Minuten wieder aufholen und sind glücklich in Mumbai gelandet.

Ja, auch das ist die Fliegerei!

3 Gedanken zu „Manchmal läuft eben alles schief!

  1. Ach Dieter, das wäre ja sonst auch langweilig, oder?? Vielleicht hätte der „Mann zuviel“ ja auch gerne beim Service geholfen?:-)

    Guten Rückflug!!!

  2. Möchte erst gar nicht wissen, was sich Flugbegleiter/Innen an solchen Tagen anhören müssen. Die können einem manchmal Leid tun.
    Jeder (im Cockpit und in der Kabine) kann im Grunde nichts dafür und gibt sein bestes und kann trotzdem nicht jeden zufrieden stellen.

  3. Russian Arline would have made the passenger jump out, and then used full reverse thrust. No tractor required! :)

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