Vulkan-Ausbruch!

Vor unserem Rückflug von Sao Paulo nach Frankfurt bekamen wir die Nachricht, dass in Island ein Vulkan ausgebrochen sei, der eine gewaltige Asche-Wolke über ganz Europa treibt.

Was hat das nun für die Fliegerei zu bedeuten?

Vulkanische Asche ist für Flugzeuge extrem gefährlich. Nicht nur, dass in der fliegenden Asche faustgroße Steine sein können, die die Triebwerke und die Aussenhaut des Flugzeugs zerstören, auch findet der Feinstaub der Asche jede Ritze, um in das Flugzeug zu gelangen.

Ein British Airways Jumbo ist vor einigen Jahren in Asien in eine Vulkanwolke geraten… alle vier Triebwerke gingen zunächst aus, konnten jedoch wieder gezündet werden – auch die Innenausstattung war komplett ramponiert.

Aus diesem Zwischenfall hat man spezielle Proceedures abgeleitet, die einem in solchem Fall das Leben erleichtern.

Auch gibt es Vorhersagen über den Verlauf und die Ausbreitung einer solchen Asche-Wolke.

„Unsere“ hab ich mal fotografiert – man kann schön entsprechend dem zeitlichen Verlauf erkennen, wie sich das Ganze entwickeln soll, auf dem letzten Bild (0600 Uhr) erkennt man, dass die mögliche Ausbreitung bis nahe an Frankfurt heran reicht, zwar schon nahe an Frankfurt, aber nicht nahe genug, um einen Flugausfall bzw. eine Verschiebung der Abflugzeit zu rechtfertigen.

Also flogen wir erstmal los!

Viele andere Flüge , vor allem aus USA kommend, wurden gestrichen, da die Behörden teilweise komplette Lufträume schliessen. Überfüllte Flughäfen mit gestrandeten Flugzeuge sind die Folge.

Auch heute hatten wir mal wieder einen triftigen Grund, etwas üppiger zu tanken, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Könnte ja sein, die Asche-Wolke hält sich nicht an die Vorhersage…

Vulkan1

Und dann kam es wie es kommen musste! Frankfurt geschlossen…

München war dann unser Ziel – hätte nie gedacht mal wieder in München mit dem Jumbo zu landen.

Wir wurden freudestrahlend empfangen und nach weiteren acht Stunden war ich auch endlich zuhause, allerdings hab ich meine Schwester in München zum Lunch aufgesucht – irgendwie hat doch alles sein Gutes!


5 Gedanken zu „Vulkan-Ausbruch!

  1. Na dann willkommen zurück in Deutschland!
    Da der Flug aus Sao Paulo doch schon einige Weile dauert, hätte es doch bestimmt sein können, dass es erheblich schneller mit der Schließung, auch von München, von statten geht.
    Mich würde interessieren, inwiefern man welche Ausweichstrecken einplant? Wie viel zusätzliche Flugzeit wird zur gewöhnlichen Reservezeit beaufschlagt?
    Gab es noch einen weiteren Ausweichflughafen?

    Vielen Dank!

  2. In 1989, a KLM Royal Dutch Airlines Boeing 747 flew into an ash cloud from Alaska’s Redoubt volcano and lost all power, dropping from 25,000 feet to 12,000 feet before the crew could get the engines restarted. The plane landed safely.

    In another incident in the 1980s, a British Airways 747 flew into a dust cloud and the grit sandblasted the windscreen. The pilot had to stand and look out a side window to land safely.

    Diese Erfahrungsberichte hat mir Gus geschickt…

    Michael, Deine Antwort kommt morgen!

  3. Mich würde mal die Einschätzung eines Piloten interessieren, wie (einerseits) interessant/spannend und (andererseits) riskant es eigentlich ist, mit einer 747 in 3.000 Metern Höhe nach *Sichtflugregeln* einen „Überführungsflug“ von EDDM nach EDDF durchzuführen. Muss man da nicht damit rechnen, auf Sportflieger etc. zu treffen, die nicht davon ausgehen(müssen), auf solche großen Flieger und ihre Wirbelschleppen zu treffen? Es dürfte ja gute Gründe geben, warum die großen Vögel sonst auch bei gutem Wetter nach IFR fliegen…

  4. Zu Michael: Wir haben ja entlang unserer Strecke immer wieder Flughäfen , die für eine Zwischenlandung geeignet wären. Als wir los flogen war noch alles offen, wir haben uns für reichlich Extra-Kraftstoff entschieden, um auch evtl. wieder ein gutes Stück zurück fliegen zu können. Wir hätten gut eineinhalb Stunden Reserve gehabt. Nach halber Strecke war Nürnberg anvisiert, letztlich wurde es dann aber doch München. Den Extra-Kraftstoff haben wir nicht gebraucht!

  5. Zu hypnos: Ja, spannend ist das schon, man sieht mehr, wobei wir in manchen Hochgebirgsgegenden auch nicht mehr Abstand zur Erde haben. Riskant würde ich das nicht nennen, wir haben sog. TCAS (Traffic Collision Avoiding System), ein Annäherungswarnsystem. Natürlich sind wir groß und schnell, aber in 10000ft Höhe gibt es auch nicht mehr so viele Privatflugzuege. Aber keine Sorge, die würden uns sehen. Weiterhin handelt es sich um sog. CVFR-Flüge! Also kontrollierte Sichtflüge!
    IFR ist natürlich für die Staffelung bei viel Verkehr wichtig!

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