Tokyo im Regen…

Was macht man in Tokyo wenn es regnet? Wir wohnen in Mukahari, einer künstlichen Stadt im Bezirk Chiba – noch vor kurzem war hier gar nichts los. Mittlerweile ist aus der Messe-Metropole auch eine Art Riesen-Outlet geworden. Also: shoppen geht immer! Aber wir wollen uns nicht die Outlets anschauen, was es hier zu kaufen gibt, entspricht auch unseren Einkaufszentren – nur mit Größen ist es manchmal etwas schwierig. Ein ausgewachsener Mitteleuropäer wird schwer die richtige Größe finden.

Aber: weltberühmt sind doch die 100-Yen-Shops! Was es hier gibt, ist unvorstellbar… vom absolut unnötigen Kitsch über Toiletten- und Schminkartikel, Werkzeug, Schreibwaren bis hin zu Lebensmitteln, vorwiegend Fertiggerichte (Suppen!), aber auch Zubehör für Sushis.

In jedem Fall eine farbenprächtige Angelegenheit!
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3 Gedanken zu „Tokyo im Regen…

  1. Regenwetterprogramm:

    Bäderlandschaft „Spa“ beim Tokyodome:
    http://www.tokyo-dome.co.jp/e/laqua/spa.htm
    Von Ueno mit Yamanote Line (grüne Wagen) nach Akihabara (2 Stationen) und dann Richtung Westen mit der ?-Linie (gelbe Wagen) bis zum Tokyo Dome (Riesenrad)
    Diese Bäderlandschaft ist ein Hammer und kann einem einen regnerischen oder saukalten Tag retten. Der Eintritt kostet 2565 Yen. Als Option kann für einen Aufpreis von 525 Yen der Zutritt in die Biosaunalandschaft gebucht werden. Beim Welcomedesk wird einem alles in akzeptablen Englisch erklärt und man erhält die notwendigen Utensilien wie Wasch- und Badetücher sowie das „Übergwändli“ für den Aufenthalt im Gemeinschaftsbereich. Die Bäder sind nach Geschlechtern getrennt und werden nackt genossen. Bei den Männern hat es etwa 5 verschiedene Bäder und 3 Saunas mit unterschiedlichen Temperaturen.
    Für den Biosaunateil, der gemischt benutzt wird, erhält man Hosen und Oberteil und kann damit die verschiedenen Räume und Klangwelten geniessen. In den Biosaunen herrscht eine Temperatur von ca 40°C.

    Im Aufenthaltsbereich hat es bequeme Sessel, die mit unseren erste Klassesitzen verglichen werden können, in denen man problemlos einige Stunden schlafen kann. Für Frauen hat es, wenn gewünscht, spezielle Räumlichkeiten.
    Massagen (z.B 60 Minuten Vollmassage 6100 Yen), Fangopackungen, Pedicure, Coiffeur und andere Beautyprogramme werden gegen Aufpreis angeboten (CH Niveau bei den Preisen, Kreditkarte wird genommen).

    Es kann im Bad auch übernachtet werden. Gegen Aufpreis von 1890 Yen darf man bis 0900 Uhr in der Früh bleiben. Die Benutzung der Bäder ist die ganze Nacht gestattet.

    Wichtig: Tätowierungen werden nicht toleriert!!!!!

  2. Gerade noch Dein Video von HKG gesehen (wegen des Jazzclubs melde ich mich nochmal, werde nämlich im März 2010 dort sein) und jetzt kurz in Gedanken mitgereist nach Tokio.
    Dazu passt, dass ich zufälligerweise Montag mal wieder „Lost in Translation“ gesehen habe, einen meiner Lieblingsfilme.
    Vermutlich gibt es auch so etwas wie „Lost in Layover“ im Fliegeralltag.

    „Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum“ (Graf Hermann Keyserling) – das steht im Braunburg-Buch „Jetliner“ als Vorwort und eine meiner Lieblingspassagen geht so:

    „Von Island jagt ein Tief heran, beschert den Nordseeküsten Sturm, Helsinki, Prag und München Nieselregen. Breit über den Ural hinweg dehnt sich ein Hoch, drängt alle Tiefausläufer weit nach Süden ab und sorgt für wolkenlose Sicht von Vilnius bis Chabarowsk.
    Ein Jetstream wirbelt über den Kurilen weiße Zirren hoch; über Korea baut der Monsun seine Gewitterfronten wie Panzer auf. Der Höhensturm beschleunigt auf dem Weg nach Anchorage auf hundertachtzig Knoten, gabelt sich über Alberta und schlingert, wie berauscht vom späten Frühling, quer über Nordamerika hinweg.
    In New York, Boston, Philadelphia stöhnen die Menschen unter der Junihitze; über Gander, Neufundland, treibt Seenebel herein; südlich von Grönland formiert der Jetstream sich neu, mäandert noch ein wenig, schwere Schauer gehen auf den Azoren nieder, von Island jagt ein Tief heran.“
    (Rudolf Braunburg: „Jetliner“, Hoffmann und Campe 1983)

    Du hast Dich also auch durch Braunburgs Bücher anstecken lassen, schön zu wissen! Die gesellschafts- (und firmen-)kritischen Passagen habe ich als Jugendlicher oft weggelassen, dafür fand ich die fliegerischen richtig klasse.
    Weltbürgerisches schien auch immer durch. Dazu fällt mir der wunderbare Bahai-Tempel in DEL ein (Ausflugstipp für LH760!), in Form einer riesigen weißen Lotusblume.
    Dort heisst es: „Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur EIN Land, und alle Menschen sind seine Bürger.“
    Genug der Zitate…

    Guten Urlaub!
    Ron

  3. 1.) Das SPA werde ich auf jeden Fall besuchen, zum Glück hab‘ ich keine Tattoos!
    2.) Lost in Translation… ja, das kenn ich… und die Braunburg-Zitate hab ich auch immer geliebt und muss sie mir echt ml wieder vornehmen.

    Danke Euch Beiden für die tollen Beiträge!!!

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