Sao Paulo im Nebel

„Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass in Sao Paulo im Winter am frühen Morgen mit Nebel zu rechnen ist!“

Was war passiert: bei meinem letzten Flug nach Sao Paulo, der Airport heisst übrigen Guarulhos, kurz GRU, hatten wir allerbeste Wettervorhersagen und wirklich keinen Grund, uns auch nur geringste Komplikationen für Strecke und Anflug auszumalen.

So war es dann auch: ein wunderbar ruhiger Flug, sogar die innertropische Konvergenzzone, ein immerwährender Gewitter- und Turbulenzgürtel (… in letzter Zeit war er häufig in der Presse!) war völlig harmlos.

Vor dem Anflug checkten wir dann wie immer das Wetter am Zielflughafen und siehe da: ÜBERRASCHUNG!!! NEBEL!!!

Um es etwas genauer zu sagen, die Wolkenuntergrenze lag bei 100 ft (Fuß), die Sicht bei 400m – das ist genau die Mindestanforderung für einen Kategorie II – Anflug, kurz CAT II (eigentlich 100/300, aber in GRU braucht man etwas mehr Sicht).

Was heißt das denn nun: eine Landung von Hand ist nicht mehr möglich, das Flugzeug muss entsprechend ausgerüstet sein, die Crew muss entsprechend ausgebildet sein und eine gewisse Programmierung und Vorbereitung ist nötig. 

Bei Lufthansa ist dies natürlich alles der Fall und somit landen wir sicher, allerdings mit einiger Verspätung, da die Abstände zwischen den Flugzeugen erhöht werden, Warteschleifen geflogen werden müssen und auch die Vorbereitung einige Zeit in Anspruch nimmt.

Ganz ehrlich: gerne macht man das nach einem 11 Stunden langen Flug nicht, die Verfahren sind kompliziert und anspruchsvoll – automatische Landung, das klingt so leicht, ist aber dennoch immer wieder eine Herausforderung an Technik und Crew.

Und wie das genau funktioniert, schreib ich gelegentlich…

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Über Dieter

Willkommen an Bord. Als Pilot im Cockpit einer Boeing 747 bin ich viel unterwegs. Wer so wie ich auf den Wolken reitet, sieht und erlebt eine Menge. Ich plaudere hier sozusagen aus dem Koffer.

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