„Andocken“ in Frankfurt

Während meiner Ausbildung in Bremen hatte ich mal einen Navigationslehrer, ein ehemaliger Schiffskapitän, der sagte immer: „Das Blöde an der Fliegerei ist, dass die beim An- und Ablegemanöver immer so nen Radau machen!“

Dies nur so als kleinen Scherz vorab…

Jetzt zum tatsächlichen Andocken, die Frage tauchte ja auf… wobei ich der Überzeugung bin, eine Cessna 172 oder so, schafft das mit dem Anhalten auch ohne Hilfe.

Wir aber tatsächlich nicht! Es gibt verschiedene Systeme. Das m.E. beste, sicherste und einfachste gibt es in Frankfurt und das zeig ich euch heute.

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Das Prinzip ist ganz einfach: auf einer Tafel mit verschiedenen Typenbezeichnungen sind vertikale Linien zu sehen, dazwischen ist ein Spalt mit einer ebenso vertikalen, weißen Leuchtröhre im Hintergrund. Beim Daraufzurollen bewegt sich jetzt die Lampe in Richtung der Linie an der der entsprechende Flugzeugtyp benannt ist. Sind die Linien vom Blick des Kapitäns aus deckungsgleich, hält man an. Daneben zeigen rote und grüne Lampen noch die „Centerline“ an – beide grün: man rollt auf der Linie.

So einfach ist das!

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Über Dieter

Willkommen an Bord. Als Pilot im Cockpit einer Boeing 747 bin ich viel unterwegs. Wer so wie ich auf den Wolken reitet, sieht und erlebt eine Menge. Ich plaudere hier sozusagen aus dem Koffer.

6 Gedanken zu „„Andocken“ in Frankfurt

  1. Also wenn ich das richtig verstanden habe, dann steht die B747 auf dem Bild noch nicht richtig, oder?

  2. Stimmt, da fehlen noch ein paar Meter! Außerdem sitze ich auf dem Observer-Seat in der Mitte und da passt das auch nicht so ganz, nur vom linken Capt’n-Seat passt das.

  3. Moin Dieter,

    also ich gebe Dir mit sicherheit recht, dass das System in Frankfurt recht einfach ist. Aber das sicherste und beste? Da bin ich anderer Meinung:

    Zum einen gibt es keine wirkliche Möglichkeit für den CM2 (den Copiloten) zu überprüfen, ob der Kapitän auch nicht zu weit rollt, da das System nur auf den linken Sitz geeicht ist.

    Zum anderen muss der Kapitän genau richtig sitzen und gucken. Ein Paralaxenfehler – der schnell passiert, kann dazu führen, dass man – gerade bei einem relativ grossen Flugzeug – falsch einrollt. Nicht umsonst gab es – genau bei diesem System in Frankfurt – schon einige Fälle, bei denen die Flieger an bestimmten Positionen die Fluggastbrücke ‚touchiert‘ haben. (Für alle die sich in Frankfurt nicht so auskennen: An manchen Positionen befindet sich die Fluggastbrücke sehr dicht an der Tragflächenvorderkannte – selbst wenn man absolut korrekt auf die Position eingerollt ist).

    Deutlich besser finde ich persönlich Systeme, bei denen zum einen die Kollegen im Cockpit eindeutig ‚mitplotten‘ können, und zum anderen solche Fehler wie der o.g. ausgeschlossen sind. Sicherlich sind die Systeme dann in der Regel technisch aufwändiger (es muss ja nicht so kompliziert wie in Boston sein ;-)).
    Allerdings gibt es auch die Variante sehr simpel und trotzdem sicherer als in Frankfurt: z.B. das System mit den Spiegeln in London Heathrow ;-).

    Wie gesagt, so sehe ich das ganze.

    Beste Grüsse,
    DBate

  4. Die Spiegel in Heathrow kenn ich noch nicht, früher Condor, jetzt Jumbo, das fehlt mir was. Aber so gesehen, hast Du natürlich Recht – dass das FRA System nur auf den Cpt. ausgerichtet ist, ist schon ein Nachteil… am Besten sind doch immer noch die Einwinker!

  5. Moin Dieter,

    bei dem System in LHR handelt es sich um einfache Spiegel, die so an der Parkposition angebracht sind, dass man vom Cockpit aus die Taxiline mit den entsprechenden Haltemarkierungen für die einzelnen Flieger und das sich darauf zubewegende Nose Gear sehen kann. Leider kann ich kein Foto im Netz finden, aber ein simpleres System will mir beim besten Willen nicht einfallen.

    Grüsse,
    DBate
    P.S. Sorry für die späte Antwort, muss ab un an halt auch arbeiten ;-).

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