Winter-Operation

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Haben Jumbos eine Heizung? Wie ist das mit dem Enteisen? Einige Antworten zum Fliegen in der kalten Jahreszeit.

Heizen am Boden: Natürlich hat ein Flugzeug auch am Boden eine Heizung, entweder über die eigene APU oder über ein Bodenaggregat

Enteisung: Sollten die Tragflächen und sonstige „Flightcontrols“ mit Frost, Eis oder Schnee bedeckt sein, müssen sie durch ein Enteisungsmittel gereinigt werden. Dies geschieht mit Kranwagen oder in großen Anlagen, durch die man fährt (München z.B.). Diese Reinigung hat nur eine bestimmte Vorhaltezeit, dann muss u.U. wieder enteist werden.

Startberechnung mit nasser Bahn, kontaminierter Bahn, d.h. Schnee: Die Startgeschwindigkeitsberechnung wird etwaigen rutschigen Verhältnissen angepasst, um beim Startabbruch einen sicheren Stillstrand auf der Bahn sicher zu stellen. Natürlich muss für die Landung auch die Bremsfähigkeit (Braking Action) festgestellt werden und entsprechend die Bahn geräumt sein.

Anti-Ice: bei Temperaturen zwischen +10 und -40 Grad C und entsprechender Feuchtigkeit heizt man die Triebwerkseinlässe, um die Zündung und somit sicheres Funktionieren der Triebwerke zu gewährleisten, d.h. Eisbildung im Triebwerk wird verhindert. Ebenso werden bei Eisbildung an den Flügeln während des Fluges, was man an den vereisten Scheibenwischern erkennt an der Vorderkante mit warmem Luftstrom geheizt. Bei Turboprobs wird Eis pneumatisch abgesprengt.

Fenster: Die Cockpitscheiben werden aus Stabilitätsgründen und zur Freihaltung von Eis beheizt, daher kosten sie auch ein Vermögen, ca. 50000 Dollar je Scheibe.

Kraftstoff: In großen Höhen und winterlichen Temperaturen im hohen Norden, Sibirien… kann der Kraftstoff zu kalt werden und somit sogar einfrieren. Eine Anzeige hierfür ist vorhanden. Dies zu verhindern erfordert evtl. Sinken und sogar schnelleres Fliegen, was allerdings nicht viel bringt und viel kostet.

Ach ja und für die Crew gibt es natürlich einen Wintermantel, Schal und Handschuhe.

5 Gedanken zu „Winter-Operation

  1. Hallo Du!
    Vielleicht kannst Du dem interessierten Leser noch den Begriff APU erklären….das interessiert doch sicher den Einen oder Anderen.

    Und Wintermantel etc. finde ich auch wichtig und es ist sehr nett, wenn Ihr die gestellt bekommt!!

    :-)

  2. Und zur nassen und rutschigen Bahn kann ich nur sagen:

    Rollst de‘ quer, siehst de‘ mehr…..!

    ;-)))

    Spaß beiseite:
    Wie lange vor der Landung holt Ihr euch den aktuellen Brems-Koeffizienten der Runway? (heisst der so????:-) )

  3. Das hatten wir schonmal, aber stimmt, es gibt ja neue Leser:
    APU – Auxiliary Power Unit, ein Zusatztriebwerk, dass Strom und Luft am Boden liefert zum Anlassen der Triebwerke, für die Bordnetzversorgung und eben auch die Heizung.

  4. Bremskoeffinzient: mehrmals im Approach, erstens bei der ATIS und dann vom Controler nochmal während des Anflugs und bei der Landefreigabe.
    ATIS: Flugwetterbericht am Platz, wird mindestens einmal pro Stunde aktualisiert und ist über Funk abzuhören oder über ACARS.
    ACARS: Bordeigenes Telexsystem.

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