Lufthansa-Special: Kabine der 747-8 International

Einfach köstlich, wie die Lufthansa über die neue Kabine der 747-8 schwärmt. Bei jedem neuen Flugzeug wird mehr als das Blaue vom Himmel versprochen. Man erinnere sich nur an den ersten Reklamespot für den Airbus A380, in dem sogar von Duschen die Rede gewesen ist. In der Economy dürfte von dem ganzen Zauber nur wenig übrig bleiben.
Lufthansa 747-8 Interior


Ein warmes Licht scheint an den geschwungenen Wänden und Decken entlang zu fließen; es ändert sanft seine Farbnuancen. Die Beleuchtung könnte auch zu einem futuristischen Bühnenbild gehören, das eine wohltuende Atmosphäre erzeugt. Wohltuende Sphärenklänge begleiten die Passagiere durch breite Gänge zu ihren Sitzen. Dieses Szenario erzeugt Boeing in dem so genannten Mock up, in dem die Kabine der Boeing 747-8 International maßstabsgetreu im Verhältnis 1:1 nachgebaut ist.

Boeing ist mit dem Design der Kabine für den renovierten Jumbo-Jet ganz neue Wege gegangen. Zum ersten Mal wurden auch Architekten und Psychologen bei der Planung hinzugezogen. Das Innere des Flugzeugs soll den von langen und nervenaufreibenden Sicherheitskontrollen gestressten Passagier schnell in eine angenehm entspannte Stimmung versetzen. „Die einmalige Kabine der bekannten 747-Familie und das Design haben seit Jahrzehnten für unvergessliche Flugerlebnisse bei Millionen von Passagieren gesorgt“, sagt ein Boeing-Manager des 747/747-8-Programms. Und der Boeing-Mann fügt hinzu: „Mit der Einbindung von Kabinenmerkmalen im Stile unseres ‚Dreamliners‘, der Boeing 787, wird die neue 747-8 Interkontinental ein wesentlich verbessertes Reiseerlebnis für die Passagiere bringen. Wenn die Gäste die 747-8 betreten, werden sie merken, dass sie sich in einem ganz neuen Flugzeug befinden und sie werden eine neue Art des Fliegen erleben.“

Vieles ist grundlegend anders als in dem 747-Klassiker, mit dem bereits Millionen um die Welt geflogen sind. An Tür zwei, durch die Passagiere üblicherweise in eine 747 einsteigen, gibt es die auffälligste Veränderung zum Vorgängermodell. Der Empfangsbereich wurde komplett neu gestaltet. Er gleicht dem eines großen Ozeandampfers. Rundungen und geschwungene Einbuchtungen in der Decke bestimmen das Bild. Indirekte Beleuchtung erzeugt optisch Tiefe und Raum. Harmonisch fügt sich die Treppe in einem leichten Bogen in das Oberdeck ein.

„Der neu gestaltete Eingangsbereich will die Passagiere zu ihrer bevorstehenden Reise willkommen heißen, sie in ein sympathisches Ambiente einladen“, sagt Doug Ackerman, Leiter des Kabinienkonstruktionsteams für die 747-8. „Das Entree bietet aber mehr als nur ästethischen Reiz. Der Einstiegsbereich wurde besonders auch für einen verbesserten Passagierfluss während des Ein- und Aussteigens entwickelt.“

Mehr Raum wird es auch in den so genannten Bins, den Gepäckfächern an den Decken geben. Zudem sind die Seitenverkleidungen des Jumbos neu gestaltet und bieten im Oberdeck zusätzlichen Ablageraum. Die Fenstergröße bleibt zwar unverändert, aber durch ein geschicktes Design wirken sie dennoch größer. Diesen Eindruck erhält der Passagier in der gesamten Kabine. Immerhin hat das Flugzeug einen um 5,6 Meter verlängerten Rumpf und das ist auch in der Kabine zu spüren. In ihr haben in der geplanten Lufthansa Konfiguration mit drei Klassen etwa 420 Sitze Platz; das sind rund 80 mehr als in dem bisher eingesetzen Jumbo.

Besonderen Wert haben die Boeing-Techniker auf das Klima an Bord der 747-8 gelegt. Das neu gestaltete Flugzeug wird auch eine völlig neu konzipierte Klimaanlage erhalten, die sich an die High-Technologie des Dreamliners anlehnt. Der Schweizer Luftfahrt-Zulieferer Liebherr wird das Luftsystem für die Boeing 747-8 liefern.

„Und selbstverständlich“, so verspricht Boeing, „wird es in dem neuen Jumbo auch ein völlig neues Unterhaltungssystem geben, sodass Langweile selbst beim längsten Langstreckenflug nicht aufkommen kann.“ Schon jetzt vermittelt das Modell des Innenraums der 747-8 auf dem Boeing-Werksgelände in Everett vieles von dem zu erwartenden Flugerlebnis im Jumbo der nächsten Generation. Allerdings zeigen die Fluggesellschaften, die das neue Flugzeug fliegen, erst kurz vor dem Erstflug, wie ihre Kabine endgültig aussehen wird. Jede Fluggesellschaft sorgt durch ihre eigene Ausstattung und Gestaltung der Kabine für das spezifische Interieur und Ambiente in ihren Flugzeugen – auch Lufthansa, die als Erstkunde der Boeing 747-8 ab Ende 2010 die alte, neue Königin der Lüfte einsetzen will. (Quelle: Pressetext der Lufthansa)

2 Gedanken zu „Lufthansa-Special: Kabine der 747-8 International

  1. Eine wichtige Verbesserung vermisse ich jedoch:
    Gebt mir endlich mehr Beinfreiheit.
    Bei 186 cm Grösse stossen die Knie immer an der Vorderlehne an.
    Der Vordermann kann deswegen seinen Sitz nicht richtig in Ruhestellung nach hinten kippen.
    Der Klapptisch liegt bei mir schräg auf den Oberschenkeln.
    Montiert endlich diesen Klapptritt für die Füsse im Fußraum ab.
    Den benötigt kein Mensch und ich kann meine Beine wenigstens ein wenig zwischendurch ausstrecken.
    Ein Fluggast, wie ich es bin, möchte nur von A nach B kommen und dabei entspannt sitzen können.
    Ich brauche keinen Empfang wie auf einem Luxusliner, wenn der ganze erste Eindruck nachher kaputt gemacht wird, weil ich einen „Schuhlöffel“ benötige um auf meinen Sitz zu gelangen.

  2. So lange Low Cost das Schalgwort schlechthin ist, wird nur eines zählen. Wie bringe ich die Paxe so effizient wie möglich von A nach B. Und solange die Leute shcon zucken wenn sie für ein TKT nach JFK mehr wie zum Bsp. 499 EUR zahlen, wird jede Airline einen Flieger immer nach den Gesichtspunkten der Effizienz bestellen, was auch korrekt ist und das Überleben sicherstellt. Leider kann unter den angespannten Verhältnissen die heute immer in der Luftfahrt herrschen werden, es sich keiner leisten Platz zu veschenken.

    Und wenn ich die Bestuhlung der LH für die A380 mit der Bestuhlung vergleiche die AF bestellt hat, dann ist das bei LH immer noch Luxus…. Es können nich alle Airlines à la SQ oder EK ihre Flieger ausstatten, das geht nur da, wo man nicht so sehr auf die absolute Rentabiliät schauen muss….

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