Nachlassendes Interesse an Billigflugreisen in Europa

Abgesehen von Italien, wo die Nachfrage nach Flügen mit Billigfluganbietern weiterhin ansteigt, ist der erste Höhepunkt in den bedeutendsten europäischen Märkten erreicht und teilweise schon überschritten. Dies ist das Ergebnis einer Studie von TNS Infratest.

Insbesondere in Deutschland und Spanien ist die Bereitschaft, zukünftige Reisen mit einem Billigflieger zu unternehmen, gegenüber dem Vorjahr bereits deutlich zurückgegangen. Während 62 Prozent der Italiener für ihre Flüge Billiganbieter in Betracht ziehen und damit erstmals das Potenzial für diese Fluggesellschaften dort höher ist als in Großbritannien (59 Prozent), sind dies in Deutschland nur noch 48 Prozent, ein Rückgang um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist eine der zentralen Erkenntnisse des Low Cost Carrier Monitors (LCCM), einer repräsentativen Konsumentenbefragung in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, die vom Marktforschungsunternehmen TNS Infratest in der nunmehr 6. Auflage durchgeführt wurde. In über 12.000 telefonischen Interviews, davon über 5.000 mit Nutzern von Billigflugangeboten, gewannen die Verkehrsexperten von TNS Infratest detaillierte Erkenntnisse über die entscheidenden Entwicklungen in diesem Markt. Ferner gibt die Studie Auskunft über die Potenziale zukünftiger Billigflugreisen und die Wahrnehmung und Beurteilung der wichtigsten, im Niedrigpreissegment operierenden Fluggesellschaften.

„Insgesamt betrachtet ist es den Billigfluganbietern im letzten Jahr nicht gelungen, den Markt weiter für sich zu gewinnen“, so das Fazit von Michael Ehlting, Senior Consultant in der TNS Infratest Verkehrs- und Tourismusforschung. Nur in Italien, wo No-frills-Angebote bei den Konsumenten weiterhin hoch im Kurs stehen und sich nach wie vor mit Alitalia der Flagcarrier in unruhigen Fahrwassern bewegt, können Low Cost Carrier weiter punkten. „Während in Italien Ryanair weiterhin den aktuellen Bedürfnissen der Konsumenten am besten entspricht und den Billigmarkt damit weiter vorantreibt, erfüllen in den anderen Ländern neben easyJet vor allem nationale Carrier die Erwartungen der Flugreisenden am besten“, führt Ehlting aus. Zudem sinkt die Bereitschaft deutlich, für einen günstigen Flugpreis weitgehende Kompromisse einzugehen. Da über 60 Prozent der potenziellen Billigflugreisenden der Ansicht sind, dass günstige Flugpreise auch bei den etablierten Fluggesellschaften zu bekommen sind, werden lange An- und Abfahrtswege zu entlegenen Flughäfen immer weniger toleriert.

Bereits in früheren Befragungen wurde deutlich, dass Billigflugangebote sich weniger dazu eignen, Personen, die bislang nicht oder nur sehr selten Flugreisen unternommen haben, stärker an das Fliegen heranzuführen. Dies bestätigt auch die aktuelle Untersuchung. „Das Geschäft der Low Cost Carrier wird immer noch vorwiegend mit den Personen gemacht, für die das Flugzeug ein ohnehin gewohntes Verkehrsmittel ist, wobei die Ansprüche der Konsumenten an die Airlines mittlerweile wieder über das möglichst günstige Fliegen alleine hinaus gehen“, stellt Ehlting abschließend fest. (Quelle: Pressemitteilung von TNS Infratest)

Weitere Informationen zum Low Cost Carrier Monitor unter:
http://www.tns-infratest.com/01_business_areas/01014d_lccm.asp (deutsch)

3 Gedanken zu „Nachlassendes Interesse an Billigflugreisen in Europa

  1. Was nützt es mir als Passagier, wenn eine schlecht gelaunte Stewardess mir morgens um 6.45 Uhr auf dem Flug nach Berlin ein derart trockenes Brötchen an den Kopf wirft, das ich bis zur Landung brauche, um das Ding gekaut zu haben. Vom zwischenzeitlichen Verdursten mal ganz zu schweigen……

    Mir ist es dann wirklich lieber, wenn der Service, die Sicherheit und Freundlichkeit stimmen. Dann darf es auch ein paar Euro mehr kosten. Und mal ganz ehrlich: Wenn man die Preisrechnerei bei den sogenannten Billigfliegern mal anschaut, muss man sich als Kunde ja auch verschaukelt vorkommen……nicht nachvollziehbare Gebühren und Zuschläge…….da wird uns doch wirklich erzählt, im Himmel sei Jahrmarkt……..

    Und wenn man dann am Himmel fliegt, kommt wieder das oben genannte Brötchen ins Spiel………..

    Also von daher kann ich jeden verstehen, der das nicht mehr so gerne mit machen will!

    In diesem Sinne: Guten Flug!

    :)

  2. Liebe Leute, dazu braucht es keiner wissenschaftlichen Untersuchung – wer Preise vergleicht wird schnell feststellen, dass die LH häufig einen ähnlichen oder manchmal billigeren Preis bietet. Woher soll es auch kommen die Kosten für den Betrieb des Flugzeuges sind doch bei allen Gesellschaften gleich. Jedes Flugzeug braucht Sprit und Wartung, Anschaffungspreise sind eh gleich. Also „low cost“ kann nur aus geringeren Kosten bei Service und bei den Gehältern für die Crew rauskommen. Wer läßt sich noch von 1 € Tickets blenden? Spätestens wenn er Hin- und Rückflug im Internet eingebucht hat und den Preis angezeigt bekommt weiß er, dass es keine „billig Flieger“ gibt. Die paar Sitze die billig verkauft werden – sind doch sonst leer!

    Many happy landings……. (ohne Seitenwind)

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