Standby

Ab Donnerstag hab ich mal wieder eine sog. Standbyline.

Ich werde oft gefragt, was denn da so passiert – eigentlich nix und das ist das Problem, man sitzt im Raum Frankfurt irgendwo herum und wartet, ob man einen Einsatz bekommt oder nicht. Bei uns fliegen alle zu gerne und krank wird auch kaum jemand – also passiert meistens nichts. Ich rufe immer am Tag vorher schon an und bestärke meinen Wunsch doch bitte fliegen zu dürfen. Das nutzt aber meist auch nichts, wenn alle Flüge ihre Crews haben, dann ist das eben so. Diesmal hab ich ja wenigstens richtig was zu tun (nachdem alle firmeninternen Dinge gemacht sind und alle guten Bekannten besucht wurden) – ich werde mir ein paar Sachen für den Blog einfallen lassen…

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Über Dieter

Willkommen an Bord. Als Pilot im Cockpit einer Boeing 747 bin ich viel unterwegs. Wer so wie ich auf den Wolken reitet, sieht und erlebt eine Menge. Ich plaudere hier sozusagen aus dem Koffer.

8 Gedanken zu „Standby

  1. Ich habe mich ja schon oft gefragt, warum so selten Flüge ausfallen, aber nun wird es mir klar. Das ist eine tolle Idee mit dem Standby, auch wenn das Warten ziemlich nervig sein kann.

    Ich würde dann wahrscheinlich die ganze Zeit mit Auto putzen rumbringen, mein Auto hätte das nämlich sehr nötig. Aber das dauert ja auch keine Tage………und stundenlang im Internet surfen ist ja irgendwann auch langweilig……

    Vorschlag: Ein Besuch auf der Besucherterrasse des Fraport und den Kollegen bei der Arbeit zuschauen!;)

    Spaß beiseite:
    Nun viel Spaß beim Standby, verbunden mit dem Wunsch schnell einen schönen Flug zu bekommen!!!

    Und wenn kein Flug kommt, freue ich mich auf neue Beiträge in diesem Blog!!

  2. Dann wünsch ich frei nach DEN FLIEGERN (dieflieger.de) „Grüss mir Nairobi“ :-)

    Kurze Zeit aus ORD wünscht nff

  3. Wie lange dauert eigentlich so eine Standbyline? Wie sieht es dann mit dem eigentlichen Einsatzplan aus, wenn man plötzlich abberufen wird? Erfahren Sie als Pilot eigentlich den Grund, weshalb Sie für jemanden einspringen müssen?
    Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür, in wie weit haben Sie Einfluss darauf, an diesen Tagen nicht eingesetzt zu werden?
    Heute sind es leider viele Fragen auf einmal, aber die passen halt gerade zu diesem Thema.

  4. Hi Dieter,

    du schreibst, dass bei euch fast niemand karnk wird/ist: Wie macht ihr das? Da du ja selbst Kinder hast … die schleppen doch allerlei Killerviren in die heimischen vier Wände … Aber Spaß bei Seite. Du, die Flugbegleiter, deine Kollegen – ihr alle seid doch permanent schniefenden und prustenden Passagieren ausgesetzt. Wie bleibt ihr GESUND?!

  5. Und noch eine Frage – diesmal völlig aus dem Zusammenhang gerissen: Hast du eigentlich eine Wunsch-Maschine, einen Vogel, in dessen Cockpit du noch niemals sitzen konntest/durftest, den du aber mal abheben lassen willst? Wenn ja: Welchen? Und wäre es sehr mühsam, lernaufwändig hierfür den notwendigen „Führerschein“ zu erlangen? In welchem Wunsch-Cockpit hast du noch niemals als Pilot Platz genommen????

  6. Na dann will ich mal wieder antworten auf die vielen schönen Fragen…
    Es gibt verschiedenen Variationen des Standby oder auch nur Reserve 12… d.h. innerhalb 12 Stunden einsatzbereit. Die „normale“ Standbyline auf unserer Flotte beträgt 5 Tage mit einem Tag frei dazwischen. Weihnachten und Silvester geht nach Gerechtigkeit und Seniorität… auch der Offrequestvergaberang spilet eine Rolle, ziemlich kompliziert. Man kann Einsätze requesten und dann kommt meist für jeden ein akzeptabler Plan zustande. Grund für den Standbyeinsatz erfährt man schon…
    Mona: Ich glaube, wir härten ab… dadurch, dass wir in so vielen Laändern und häufig anderen Bakterien ausgesetzt sind, werden wir selten krank… aber dennoch: so ein bis zweimal im Jahr erwischt mich die Grippe, aber natürlich in freien Tagen – zum Einsatz bin ich wieder fit!
    * Meine Wunschmaschine ist und bleibt der Jumbo – gerne würde ich mal im Spaceshuttle mitfliegen und die Concorde hätte mich interessiert – zu spät! Jeder Typenwechsel ist mit einer ca. vierteljährigen Umschulung verbunden.
    Weihnachten bin ich zuhause, am 26. 12. geht es nach Buenos Aires, zurück am 30. – somit auch Silvester frei…

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